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Unser ‘warum’
Kaum eine Branche ist so personalintensiv wie das Gesundheits-wesen. Rund 6,1 Millionen Fachpersonen (destatis, 2025) stellen sich allein in Deutschland tagtäglich den komplexen bis hochkomplexen Anforderungen und Kontexten ihrer Berufe und Professionen.
Situationsbewusstsein, beginnend mit Wahrnehmungs- und Deutungsfähigkeit sind dabei wesentliche Voraussetzungen, um den herausfordernden Aufgaben der adäquaten Versorgung kranker, pflege- und hilfsbedürftiger Menschen professionell zu begegnen.

Das im Vorangegangenen dargestellte Modell zur Situationswahrnehmung (situation awareness, sa) von Endsley (u. a. 1995, 2015) weist die Bedeutung von Wahrnehmungs- und Deutungsfähigkeit in der Arbeitswelt aus.
Sofern Wahrnehmungs- als auch Deutungsfähigkeit bei (angehenden) Fachpersonen nicht differenziert ausgeprägt sind, können u. U. folgenschwere Situationen entstehen, etwa Missdeutungen von sich verschlechternden Patient:innenzuständen, Nicht-Bemerken von Bedürfnissen zu Therapierender sowie Missachtung eigener gesundheitlicher Zustände und Bedürfnisse.
Ebenso relevant ist es die Wahrnehmungs- und Deutungsfähigkeit (angehender) Lehrpersonen zu fördern, da deren Perspektiven auf die Szenen der Arbeitswelt in ihren Unterricht handlungsleitend werden.
Die bedeutsame Aufgabe der Aus-, Fort- und Weiterbildung ist es demnach erkenntnisreiche Bildungsangebote zur Ausprägung von Wahrnehmungs- und Deutungsfähigkeit zu schaffen zugunsten einer hohen Professionalität (angehender) Fach- und Lehrpersonen. Dazu möchte das Projekt einen Beitrag leisten.
Quellen:
Destatis (2025). Zuwachs beim Gesundheitspersonal schwächt sich ab. Pressemitteilung Nr. 031 vom 23. Januar 2025
Endsley, M. R. (2015). Situation Awareness Misconceptions and Misunderstandings. Journal of Cognitive Engineering and Decision Making, 9(1), 4-32.
https://doi.org/10.1177/1555343415572631

